Stress bei Hund – wie ich erkenne,wenn mein Hund unter Stress leidet?

Angst,Isolation, Bedrohung, häusliche Unruhe, Konflikte, Über- und

Unterforderung und Entzug von primären Bedürfnissen (Nahrung und
Wasser, Schlaf und Bewegung) stellen besonders starke Stressoren dar.
Und gerade diesen Stressfaktoren sind Tierheim Hunden besonders oft
lange Zeit ausgesetzt.

Wie kann man sich Stress bei Hunden vorstellen? Am besten man
visualisiert ein großes Gefäß, oben offen, wo, wie bei einem
Wasserhahn, Wasser hinein rinnt. Unten allerdings ist nur eine kleine
Öffnung, ein kleines Loch, wo das Wasser wieder entweichen kann. Nun
rinnt es also oben unaufhörlich hinein, unten allerdings kann es nur
langsam, durch das Loch, wieder entweichen. Was passiert also? Dieses
Gefäß wird langsam aber sicher übergehen. Jede einzelne Aktion für
sich ist vielleicht nicht so schlimm. Auf Dauer allerdings geht das
Gefäß über. Hund lebt in einer Familie und wird häufig zurechtgewiesen
Stresspegel steigt, er verliert sein Zuhause Stresspegel steigt, wird
in ein Tierheim gebracht Stresspegel steigt, völlige Verunsicherung
und starkes Vermissen der Bezugspersonen Stresspegel steigt,
Isolation… Unaufhörlich rinnt Stress in unser Gefäß,
kann aber unten nur ganz langsam raus tropfen  Ist der Stresspegel
einmal angestiegen, kann es bis zu 6 Tagen  dauern, bis er wieder auf
Null sinkt.

Passieren aber in der Zwischenzeit Dinge, die ihn wieder steigen
lassen (wie in unserem Beispiel) steigt er erneut und irgendwann ist
das Maß voll und der Hund hat ein massives Stressproblem.
Langzeitstress ist nicht in zwei Tagen abgebaut, auch nicht in zwei
Wochen oder Monaten. Hunden die lange Zeit starkem Stress ausgesetzt
waren brauchen vor allem eines: Zeit! Außerdem viel Ruhe und ein
Umfeld wo sie sich geborgen und sicher fühlen können. Dazu gehört
auch, dass wir uns aus Sicht des Hundes
berechenbar benehmen. Ihn nicht Strafen für Dinge die er tut, weil er
nicht weiß wie er ansonsten reagieren soll. Zerbeißt ihr Hund die neue
Couch, so tut er das nicht weil er sie ärgern will oder seinen Rang
austesten möchte. Er tut dies da er extrem gestresst ist und versucht
sich zu beruhigen. Kauen wirkt stark beruhigend und sie könnten ihm,
statt ihn zu schimpfen zum Beispiel etwas anbieten, dass er getrost
und in aller Ruhe kauen darf.