Nicht nur Hund muß lernen, aber auch der neue Halter.

Fasst jeder zweite Bewerber stellt uns die Frage „Kann der Hund an der Leine gehen?“ Dabei wurde aber nicht in Betracht gezogen, ob derjenige selbst einen Hund führen kann. So kommt es auch vor, dass der Hund zwar perfekt an der Leine gehen kann, aber die Unerfahrenheit und Duldsamkeit des Führers vom Hund ausgenutzt wird und er somit seine Ziele bei einem Spaziergang verfolgt. Folglich wird der Hund nicht adoptiert, weil er zu sehr an der Leine zieht. Kein Meister ist vom Himmel gefallen und mit diesem Beitrag möchten wir das Thema ein wenig vertiefen.


Bevor Sie einen Hund adoptieren, prüfen Sie vorher ihre Führer Qualitäten und Fähigkeiten in dem Sie mit dem Hund spazieren gehen. Überlegen Sie nach dem Spaziergang, ob Sie genug Geduld, Zeit und auch Willen aufbringen können/ wollen um dafür zu üben. Der Grund warum Hunde an der Leine ziehen sind wir Menschen. Was der Hund nämlich bisher glaubt ist, dass er einfach dahin geht, wohin er möchte und das scheint völlig in Ordnung zu sein. Wir Menschen setzten oft voraus, dass der Hund weiß, dass er nicht am der Leine ziehen soll. Dass es Menschen nicht gefällt durch die Gegend gezogen zu werden, weiß der Hund ja nicht. Der Hund kann auch nicht wissen, wie sich der Mensch einen Spaziergang vorstellt. Der Mensch muss also daran arbeiten es auch für den Hund verständlich zu machen, wie er sich an der Leine zu verhalten hat. Ohne die richtige Führung denkt der Hund, dass er Erfolg damit hat, der Hundeführer es duldet und somit die Ziele des Hundes durchgesetzt werden.Das ausnutzen der Unerfahrenheit oder der fehlenden Autorität kann zu einem Rangproblemwerden und geht dann seine Wege. Bedenken Sie, bei Hunden ist die normale Fortbewegungsart ein zügiger Trab, schon bei mittelgroßen Hunden ist unsere menschliche Geschwindigkeit zu langsam.
Einen Hund führt der Halter wie folgt:
Die Knie des Hundeführers und die Schultern des Hundes sind parallel, die Leine ca. 60 cm lang halten. Die rechte Hand haltet die Leine und der Hund steht links. Die linke Hand wird nur zur Hilfe der Koordination eingesetzt. Man muss ein Gefühl für die richtige Geschwindigkeit bekommen, weder zu langsam, da sonst ein durchgehendes beschnuppern des Bodens verhindert wird, aber auch nicht zu schnell, da es für den Hund sonst kein entspannter ausgeglichener Spaziergang wird. Die Leine immer Locker halten, da eine angespannte Leine den Hund zu noch mehr ziehen verleitet. Wenn der Hund zu ziehen beginnt, bleiben Sie abrupt stehen und zeigen keine Aktion bis sich der Hund wieder beruhigt hat. Reden Sie nicht mit ihm und schauen Sie ihn auch nicht an. Einfach locker stehen bleiben und warten. Nachdem sich der Hund beruhigt hat, wieder weiter gehen. Sollte er wieder anfangen zu ziehen, wiederholen Sie die Aktion. Bald wird der Hund das stehenbleiben mit dem ziehen verbinden. Nach wenigen Tagen wird ein normaler Spaziergang möglich sein. Wichtig ist, immer konsequent bleiben, damit der Hund den Zusammenhang herstellen kann. Man kann die Übung auch mit einer 180 Grad Drehung kombinieren, oder einem Richtungswechsel. Anfangs sollten Sie mit einer Distanz von 30 Metern für die Übung starten. Denken Sie daran, wenn der Hund permanent in der Leine hängt, wird er auch nicht ruhig und gelassen an anderen Hunden vorbei gehen. Daher sollte ein Hundehalter zuerst die Leinenführigkeit beherrschen um weitere Probleme zu vermeiden.